Kinderschutz

Kinderschutz an der GGS Niederkassel: Unsere Schule ist ein sicherer Lern- und Lebensraum mit klaren Schutzstrukturen.
Kinderschutz an unserer Schule

Die Gemeinschaftsgrundschule Niederkassel versteht sich als sicherer Lern- und Lebensraum. Kinder sollen sich bei uns geschützt, ernst genommen und wertgeschätzt fühlen.

Unser Kinderschutzkonzept ist Ausdruck dieser Haltung. Es beschreibt verbindlich, wie wir Gefährdungen vorbeugen, wie wir im Verdachtsfall handeln und wie wir eine Kultur der Achtsamkeit im Schulalltag leben.

Unser Kinderschutzkonzept

1. Unsere Haltung: Schutz vor Gewalt hat Vorrang

Im Mittelpunkt unseres pädagogischen Handelns steht das Wohl jedes einzelnen Kindes. Jedes Kind hat das Recht auf:

  • Schutz vor körperlicher und seelischer Gewalt
  • Schutz vor sexualisierter Gewalt
  • Schutz vor Vernachlässigung
  • Schutz vor Diskriminierung und Mobbing
  • Beteiligung und Mitbestimmung
  • verlässliche Ansprechpersonen

Wir möchten, dass Kinder wissen:
Meine Grenzen zählen.
Ich darf "Stopp" sagen.
Ich bekomme Hilfe.

Kinderschutz bedeutet für uns nicht Misstrauen, sondern Verantwortung. Wir schaffen Strukturen, die Transparenz fördern und Risiken minimieren.

2. Risikoanalyse: Hinschauen und Gefährdungen erkennen

Ein zentraler Bestandteil unseres Schutzkonzepts ist die regelmäßige Risikoanalyse. Dabei prüfen wir systematisch:

  • Gibt es räumliche Situationen, die wenig einsehbar sind?
  • Bestehen unklare Nähe-Distanz-Situationen?
  • Welche Risiken ergeben sich im digitalen Raum?
  • Gibt es besonders vulnerable Kindergruppen?
  • Wie ist unsere Kommunikations- und Feedbackkultur im Kollegium?

Diese Analyse ist kein einmaliger Vorgang, sondern wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Ziel ist es, Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und präventiv zu handeln.

3. Klare Interventionspläne im Verdachtsfall

Sollte es Hinweise auf eine Gefährdung geben, handeln wir nach klar definierten Abläufen. Unser Konzept enthält differenzierte Handlungsleitfäden für:

  • sexualisierte Gewalt durch Erwachsene
  • sexualisierte Grenzverletzungen unter Kindern
  • Kindeswohlgefährdung
  • Mobbing und Cybermobbing

Dabei gilt:

  • Hinweise werden ernst genommen.
  • Beobachtungen werden sachlich dokumentiert.
  • Die Schulleitung übernimmt die Koordination.
  • Externe Fachstellen (z. B. Jugendamt, Schulpsychologie, Beratungsstellen) werden bei Bedarf einbezogen.

Der Schutz des betroffenen Kindes steht dabei immer an erster Stelle. Gleichzeitig wird auch bei unbegründeten Verdachtsfällen ein transparentes Rehabilitationsverfahren sichergestellt.

4. Verhaltenskodex und Personalverantwortung

Alle Mitarbeitenden - Lehrkräfte, OGS-Personal, Honorarkräfte und Ehrenamtliche - verpflichten sich zu einem verbindlichen Verhaltenskodex. Dieser regelt unter anderem:

  • einen respektvollen Sprachgebrauch
  • einen sensiblen Umgang mit Nähe und Distanz
  • klare Regeln zu Körperkontakt
  • den Schutz der Intimsphäre
  • verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien
  • Gleichbehandlung und Diskriminierungsschutz

Neue Mitarbeitende werden umfassend in das Schutzkonzept eingeführt und unterzeichnen eine Selbstverpflichtungserklärung. In bestimmten Fällen ist die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses erforderlich.

Kinderschutz ist Führungsaufgabe - und zugleich Teamaufgabe.

5. Prävention als Teil des Schulalltags

Kinderschutz beginnt lange vor einem möglichen Vorfall. Deshalb ist Prävention fest in unserem Schulprogramm verankert. Dazu gehören unter anderem:

  • das Bensberger Mediationsmodell
  • Präventionsarbeit mit ParaVida
  • Unterricht zu Kinderrechten
  • Sexualerziehung in Klasse 4
  • Medienkurs mit Schwerpunkt Cybermobbing-Prävention
  • Webfilter und technische Schutzmaßnahmen im schulischen WLAN
  • regelmäßige Fortbildungen des Kollegiums

Wir stärken Kinder in ihrer Selbstwahrnehmung, in ihrer Kommunikationsfähigkeit und in ihrem Selbstschutz.

6. Beschwerdemanagement und Beteiligung

Ein wirksames Schutzkonzept lebt von Offenheit. Deshalb bieten wir:

  • eine wöchentliche Kindersprechstunde
  • Klassenrat und Kinderkonferenz
  • anonyme Meldewege
  • klare Beschwerdestrukturen für Eltern und Mitarbeitende

Alle Beteiligten sollen wissen, an wen sie sich wenden können - niedrigschwellig, vertraulich und transparent.

7. Kooperation mit externen Fachstellen

Bei Verdachtsfällen arbeiten wir eng mit externen Partnern zusammen, insbesondere mit:

  • dem Jugendamt der Stadt Niederkassel
  • Schulpsychologischen Diensten
  • Beratungsstellen gegen sexualisierte Gewalt
  • weiteren Fachstellen im Rhein-Sieg-Kreis

Durch klare Kooperationsvereinbarungen ist sichergestellt, dass im Bedarfsfall schnell und fachlich fundiert gehandelt werden kann.

Unser Anspruch

Unser Kinderschutzkonzept ist kein formales Dokument, sondern Teil unserer gelebten Schulkultur.

Wir möchten eine Schule sein,

  • in der Kinder sich sicher fühlen,
  • in der Sorgen ernst genommen werden,
  • in der Erwachsene Verantwortung übernehmen,
  • und in der Prävention selbstverständlich ist.

Schutz entsteht durch Haltung, Klarheit und Zusammenarbeit.
Dafür stehen wir als Schulgemeinschaft.

Vollständiges Schutzkonzept

Das vollständige Schutzkonzept finden Sie hier:

Letzte Änderung am 21.02.2026